Perspective Sofie Hovmand

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Wer das Klima ignoriert, gefährdet Europas Wettbewerbsfähigkeit

Mitten in den Debatten um Europas Sicherheit gerät ein zentrales Thema zunehmend aus dem Blickfeld: die Klimakrise. Ihre vom Menschen verursachten Folgen sind längst spürbar – auch in Europa. Angesichts der sich wandelnden geopolitischen Umbrüche war der Druck, sich klar zur Klimaneutralität zu bekennen, nie grösser.

Die wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig: Europa steht vor enormen Herausforderungen, denn die Klimaerwärmung schreitet – befeuert durch Treibhausgasemissionen – ungebremst voran. Tatsächlich war 2024 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, mit globalen Durchschnittstemperaturen von über 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau.

Betrachtet man die vergangenen zehn Jahre, die allesamt zu den wärmsten gehören, ist dies eine äusserst alarmierende Entwicklung. Mit steigenden Temperaturen nehmen Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen und Stürme sowohl an Intensität als auch an Häufigkeit zu. Die verheerenden Sturzfluten in Valencia und die schweren Hagelstürme auf dem Balkan im vergangenen Jahr waren keine Einzelfälle.

Was kostet der Klimawandel?

Solche Wetterextreme fordern nicht nur Menschenleben, sie verursachen auch massive wirtschaftliche Schäden. Laut Forschenden des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung werden die weltweiten Schäden durch den Klimawandel bis 2050 sechsmal höher sein als die Kosten, die notwendig wären, um die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen. Gleichzeitig droht der Klimawandel das künftige Einkommen in Europa deutlich zu verringern: um 11 % in Deutschland und 13 % in Frankreich. Das übt zusätzlichen Druck auf die europäische Wirtschaft aus.

Nichts tun ist keine Option

Ein Wandel hin zur Dekarbonisierung ist daher längst keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Europa muss bis 2050 klimaneutral werden. Bleibt entschiedenes Handeln aus, schwinden die Möglichkeiten, den Klimawandel wirksam zu begrenzen – und damit auch die Chance, das Pariser Klimaziel von deutlich unter 2 Grad Celsius einzuhalten.

Das Zeitfenster schliesst sich

Wenn wir weiterhin zögern, wird das langfristige strukturelle Folgen haben – nicht nur für Umwelt und Klima, sondern auch für Europas wirtschaftliche Resilienz und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit.

Der Weg nach vorn führt über erschwingliche, saubere Energie, den Aufbau von Leitmärkten für europäische Klimatechnologien, gezielte öffentliche und private Investitionen sowie eine konsequente Kreislaufwirtschaft bei der Beschaffung von Primär- und Sekundärrohstoffen.

Ein solcher Wandel kann nicht nur Emissionen senken und Europas Abhängigkeit von fossilen Energien verringern, sondern auch industrielle Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Widerstandskraft stärken. Klimaschutz ist damit nicht nur ein ökologisches Gebot – er ist Fundament und Voraussetzung für Europas langfristigen Wohlstand und Sicherheit.

Haftungsausschluss:

Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen und Meinungen sind die des Autors und spiegeln nicht unbedingt die offizielle Meinung der Europäischen Kommission wider.

Zur Person

Sofie Hovmand

Sofie Hovmand ist eine dänische Politikwissenschaftlerin mit Abschluss in Environmental Governance der Universität Freiburg. Dort war sie Teil des renommierten MEG-Programms, das sich auf die interdisziplinäre Ausbildung im Bereich Umweltpolitik konzentriert. Nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst für die Dänische Botschaft und dann als Divisional Manager für die NGO Cradle to Cradle in Berlin. Seit 2024 ist sie als Policy Officer in der Generaldirektion Klimapolitik der Europäischen Kommission in Brüssel tätig.

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Quellen